greifenstein-1907

Vom Waldbad am Fischteich zum Strandbad am Strom

By Paul Daniel, 16. Juni 2016

Badefreuden haben in unserer Marktgemeinde eine lange Geschichte. Pünktlich zum Beginn der Badesaison werfen wir einen Blick zurück in die Historie. Hier ein paar Schlaglichter auf ein Stück feucht-fröhliche Kulturgeschichte:

  • In den 1870er-Jahren, zur Zeit der Donauregulierung, entstanden zwischen den Baracken der Bauarbeiter „Kantinen“, die später bisweilen zu Gasthäusern wurden. Ein solches Wirtshaus, der „Kroyer„, lag damals am „Am Badeplatz“ der heutigen Badesiedlung in Altenberg.
  • Um die Jahrhundertwende gab’s am heutigen Fischteich bei der Heindlmühle unterhalb der Hagenbach-Kurve eine Badeanstalt – mit Umkleidekabinen, einem Steg und sogar einem Sprungbrett.
  • Das Greifensteiner „Sandbankstrombad“ war in den 1930er-Jahren eine umfangreiche Anlage mit Kabinen und Garderoben, einer Liegewiese, einem großen Spielplatz, einer wundervollen Badebucht sowie einem „Aufstellungsplatz für Automobile“. Ein Schwimmbalken verhinderte, dass man in die Donau hinaustrieb.
  • Herr Hutterer war anno dazumal Bademeister in Greifenstein und versierter Rettungszillen-Kapitän. Darüber hinaus gab er im „Jedermann“ bei den Burgspielen in Greifenstein jahrelang die Hauptrolle.
  • In der Zwischenkriegszeit avancierte Altenberg zum mondänen Badeort. Schließlich lockte hier ein Donau-Strandbad, das keine Wünsche offen ließ. Es gab ein Café-Restaurant mit Terrasse und sogar einen Liegestuhlverleih.
  • Damals führte die Franz-Josephs-Bahn noch einen sogenannten „Bäderzug„. Dieser Sonderzug fuhr von Wien Ottakring über die Vorortelinie zu den Strombädern in Klosterneuburg, Kritzendorf und Greifenstein. Damals verkehrten übrigens auch „Bäderschiffe“ zwischen Wien und Greifenstein.
  • Im Juni 1953 wies die Bezirkshauptmannschaft Tulln darauf hin, dass das Nacktbaden an der Donau bei Greifenstein-Altenberg verboten sei. Wer sich dennoch hüllenlos gab, dem drohte die BH sechs Monate Haft an.
  • Mit dem Bau des Donaukraftwerks Greifenstein ab 1981 (Eröffnung 1984) entstand schließlich der heutige Donau-Altarm – als überregional bekanntes Bade- und Freizeitparadies.

Bild: Greifenstein von der Donau aus gesehen, Ansichtskarte aus dem Jahr 1907, Verlag Ledermann

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