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Zum Teil erschütternde Fakten

By Paul Daniel, 22. Juni 2016

In StAW engagieren sich Dutzende MitbürgerInnen aktiv, um hierorts lebenden Geflüchteten zu helfen. Und noch viele, viele mehr sind zu besonderen Anlässen zur Stelle, oder wenn einmal die aktiven Netzwerke nicht ausreichen.

All diese Engagierten sind eingebettet in ein globales UnterstzützerInnen-Netzwerk. Das wurde dieser Tage beim internationalen Weltflüchtlingstag sichtbar. Und der hat heuer wieder einmal an zahlreiche – zum Teil erschütternde – Fakten erinnert:

  • Das Wort „Flüchtling“ hat nach Übereinkunft nahezu aller Experten eine abwertende Bedeutung. Als Alternative dazu wird „Geflüchtete/r“ vorgeschlagen.
  • Weltweit sind derzeit über 60 Millionen Menschen (nach Schätzung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen sogar 65 Mio.) auf der Flucht. 86 Prozent davon leben in Ländern, die als wenig entwickelt gelten. Der Großteil der Geflüchteten sind Binnenvertriebene, mehr als die Hälfte sind Kinder.
  • 2015 haben 1,3 Millionen Menschen einen Asylantrag in einem EU-Land gestellt – das sind ca. zwei Prozent aller weltweit Geflüchteten. Die Hauptaufnahmeländer sind nach wie vor: Libanon, Jordanien, Türkei und Kenia.
  • Heuer sind bis Ende Mai ca. 211.000 Geflüchtete in Europa angekommen, fast alle flüchteten über das Mittelmeer. Dabei sind allein heuer 2.850 Menschen ertrunken.
  • Bis Ende Mai kamen heuer laut UNICEF 7.000 unbegleitete Minderjährige über die zentrale Mittelmeerroute nach Italien.
  • Die EU hat im September 2015 zugesagt, innerhalb von zwei Jahren 63.302 Geflüchtete aus Griechenland zu übernehmen. Seither wurden insgesamt lediglich 900 Flüchtlinge von in andere EU-Staaten übersiedelt.
  • Ein Großteil der bei uns lebenden jungen Geflüchteten ist zum Nichtstun gezwungen. Denn mit dem 15. Geburtstag endet das Recht auf den Schulbesuch. Nur in Ausnahmefällen dürfen minderjährige Geflüchtete weiterhin gemeinsam mit österreichischen Kindern im Klassenzimmer sitzen.
  • Manche österreichische Politiker betonen immer wieder, dass den Menschen in ihren Heimatländern geholfen werden müsse, damit erst gar kein Anlass zur Flucht gegeben sei. Österreich gab zuletzt jährlich 77 Mio. Euro für Entwicklungszusammenarbeit ausgab. Zum Vergleich: Je nach Berechnungsmethode lag der Preis eines einzigen Eurofighters seinerzeit zwischen 62,8 und 74,6 Mio. Euro
  • 2001 haben die Vereinten Nationen den Weltflüchtlingstag als Aktionstag eingerichtet. Seither wird alljährlich am 20. Juni weltweit durch verschiedenste Aktionen auf die besondere Situation und die Not von Menschen auf der Flucht aufmerksam gemacht. Das Motto lautete heuer: Wir stehen zusammen #WithRefugees. http://www.unhcr.org/refugeeday/de/petition/

Bild: Refugees at Vienna West Railway Station during the European migrant crisis 2015.
via Wikimedia von User Bwag, Lizenz Creative Commons 4.0

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